Angebote für Auslandsaufenthalte erreichen nicht alle Jugendlichen

Internationale Jugendarbeit trägt zu einer toleranten und weltoffeneren Gesellschaft bei. Durch den Aufenthalt im anderen Land erwerben Jugendliche interkulturelle Kompetenzen, ihre Persönlichkeitsentwicklung wird unterstützt und sie werden zu gesellschaftlichem Engagement befähigt. Doch obwohl die Möglichkeiten für eine Auslandserfahrung so vielfältig sind wie noch nie, erreichen die Angebote nur einen Bruchteil der Jugendlichen. Besonders hoch sind die Zugangshürden für Haupt-, Real- und Berufsschüler, Jugendliche mit Migrationshintergrund und Jugendliche aus bildungsfernen Familien. 

Für die Studie „Warum nicht? Studie zum internationalen Jugendaustausch: Zugänge und Barrieren“ (Zugangsstudie) untersuchen vier verschiedene Forschungsinstitute (SINUS-Institut, Technische Hochschule Köln (Forschungsschwerpunkt nonformale Bildung), Institut für Kooperationsmanagement Regensburg (IKO) und Projekt „Freizeitenevaluation“) erstmals die Zugangsmöglichkeiten, Bedingungen und Hürden für junge Menschen in Deutschland, Auslandserfahrung zu sammeln. Einen ersten Einblick in die Zugangsstudie gaben Vertreter der an der Studie beteiligten Institutionen aus Zivilgesellschaft, Politik und Forschung am Montag, 11. September 2017 bei einem Fachgespräch in Berlin. Die Veröffentlichung der Forschungsergebnisse ist für 2018 geplant. 

Ein grundlegender Teil der Studie ist eine Repräsentativbefragung Jugendlicher zur Teilnahme an internationalen Austauschmaßnahmen durch das SINUS-Institut Heidelberg. „Die Ergebnisse der Zugangsstudie werden uns bei der Erforschung der Internationalen Jugendarbeit einen großen Schritt voranbringen.“ sagte Dr. Silke Borgstedt, Direktorin Sozialforschung SINUS-Institut, stellvertretend für die Forschungspartner während des Fachgesprächs. Weiterhin lassen sich auf Grundlage der Studie Handlungsempfehlungen zum Abbau von Mobilitätshemmnissen für Praxis und Politik ableiten, um möglichst vielen Jugendlichen den Zugang zu internationalen Austauschmaßnahmen zu ermöglichen.

Die Zugangsstudie wird von der Robert Bosch Stiftung und dem Bundesfamilienministerium gefördert. 

Weitere Informationen zur Studie finden Sie hier.

Wollen Sie mehr über die Mobilität von Jugendlichen wissen? Ihre Ansprechpartnerin ist Dr. Silke Borgstedt (Direktorin Sozialforschung, silke.borgstedt(at)sinus-institut.de)