Drei Viertel der Deutschen vertrauen Influencern nicht

Dieser Text ist eine Pressemitteilung der Unternehmensberatung responsio vom 10. Februar 2020. Das SINUS-Institut führt die Studie "Uhren-Monitor" gemeinsam mit responsio seit 2013 alle zwei Jahre durch.

Nur vier Prozent der Deutschen glauben Influencern ohne Wenn und Aber. Weitere 20 Prozent halten die Social Media-Meinungsmacher für einigermaßen vertrauenswürdig.Dies sind Ergebnisse der aktuellen Verbraucherstudie Uhren-Monitor, die die Unternehmensberatung Responsio und das SINUS-Institut heute im Vorfeld der Schmuck- und Uhrenmesse Inhorgenta veröffentlichen.

Siegburg/Heidelberg. Schlechte Nachrichten für die werbungtreibende Wirtschaft in Deutschland, die in diesem Jahr rund 800 Millionen Euro in Influencer-Marketing investieren will: Rund drei Viertel der Bundesbürger stehen Influencern skeptisch gegenüber. 41 Prozent von ihnen sagen, dass sie den digitalen Meinungsmachern "eher nicht" vertrauen, 35 Prozent tun es "sicher nicht". Dies sind Ergebnisse des aktuellen Uhren-Monitor, einer großen Verbraucherstudie von Responsio und SINUS-Institut, für die 7.000 Bundesbürger befragt wurden. Die Studie zeigt nicht nur, wie die Uhrenkäufer in Deutschland ticken, sondern untersucht darüber hinaus branchenunabhängig aktuelle Werbethemen.

Influencer-Marketing muss auf den Prüfstand

"Das Misstrauen gegenüber Influencern ist größer als bisher angenommen", erklärt Frank-Michael Müller, Geschäftsführer von Responsio. "Dass drei Viertel der Menschen den Protagonisten nicht vertrauen, ist zwar nicht das Ende des Influencer-Marketings. Unternehmen müssen sich bei der Auswahl von Influencern aber mehr denn je fragen, ob eine höhere Reichweite eine geringere Glaubwürdigkeit wettmachen kann - und umgekehrt."

"Beim Thema Influencer muss man sich bewusst sein, dass die Werbewirkung in den Leit-Milieus begrenzt ist", ergänzt Manfred Tautscher, Geschäftsführer des SINUS-Instituts. "Diese Luxus-Zielgruppe sieht sich per se nicht als "Follower", sondern selbst als "Influencer": Man muss sich bewusst sein, dass der Streuverlust hoch ist, vergleichbar mit Werbung in der Bild-Zeitung; auch hier erreichen sie mengenmäßig die meisten Vertreter der Luxus-Zielgruppe, aber sie zahlen trotzdem den Anzeigenpreis für alle Leser."

Weitere Ergebnisse des Uhren-Monitor 2019 zum Thema Influencer:

Frauen vertrauen Influencern weniger als Männer

Ein Blick auf die Geschlechterverteilung zeigt: Die weiblichen Befragten stehen den Social Media-Machern deutlich skeptischer gegenüber als Männer. Nur rund ein Drittel derjenigen, die Influencern "sicher" vertrauen, sind Frauen (37 Prozent); der Männeranteil liegt hier bei 63 Prozent.

Geringer Vertrauensvorschuss bei der jungen Zielgruppe

Das größte Vertrauen bringen die 20- bis 29-Jährigen den YouTube-, TikTok- und Instagram- Machern entgegen. Der Vertrauensvorschuss der jüngeren Zielgruppe fällt geringer aus als erwartet. "Im Umkehrschluss gilt", so Uhren-Monitor-Herausgeber Frank-Michael Müller, "zwei Drittel der Zielgruppe, auf die ein großer Teil der Influencer-Kampagnen zielt, misstraut deren Protagonisten".

Luxuskäufer nutzen andere Influencer

Für den Uhren-Monitor wurden nicht nur repräsentativ Menschen zwischen 20 und 69 Jahren befragt, sondern auch sogenannte Exklusiv-Käufer - Konsumenten, die bereit sind, für eine Armbanduhr mehr als 1.000 Euro auszugeben. Das zunächst erstaunlich anmutende Ergebnis: Während nur 24 Prozent der Gesamtbevölkerung Influencern "sicher" oder "eher" glauben, sind es fast 40 Prozent der Exklusiv-Käufer. Je höher die Ausgabebereitschaft desto größer das Vertrauen in Influencer: Sogar 45 Prozent denjenigen, die sich eine Uhr zwischen 5.000 und 10.000 Euro kosten lassen würden, vertrauen auf die digitalen Meinungsmacher. "Exklusive Käufergruppen sind nicht vertrauensseliger, sie informieren sich nur gezielter", erläutert Frank-Michael Müller. "Wer bereit ist, mehrere tausend Euro für eine Armbanduhr auszugeben, folgt häufiger Influencern, die auf hochwertige Uhren spezialisiert sind, über Fachkenntnis verfügen und damit glaubwürdiger sind."

Über die Studie

Der aktuelle Uhren-Monitor ist die größte Studie zum Markt der Armbanduhren aus Verbrauchersicht. Er zeigt nicht nur, wie Uhrenkäufer wirklich ticken, sondern untersucht darüber hinaus branchenunabhängig aktuelle Werbethemen. Für den aktuellen Uhren-Monitor wurden insgesamt 7.000 Bundesbürger im Alter zwischen 20 und 69 Jahren befragt - davon 5.000 sogenannte Exklusiv-Käufer (Verbraucher, die bereit sind, für eine Armbanduhr mehr als 1.000 Euro auszugeben). Der Uhren-Monitor wendet sich in erster Linie an Experten aus der Uhrenbranche, bietet aber auch Werbeagenturen und Luxusgüterherstellern Informationen und Impulse für Marketingentscheidungen. Die Unternehmensberatung Responsio und das SINUS-Institut führenden Uhren-Monitor seit 2013 alle zwei Jahre durch. Die Schwesterstudie Schmuck-Monitor erschien 2016 zum ersten Mal und wurde jetzt ebenfalls neu aufgelegt.

Wollen Sie mehr über die Studie "Uhren-Monitor" wissen? Ihr Ansprechpartner ist Manfred Tautscher (Geschäftsführer, manfred.tautscher(at)sinus-institut.de)