So finden Sie die richtigen Mitarbeiter

Dieser Text ist ein Auszug eines Interviews mit der one step ahead (Ausgabe 01/2018, S.34-37), dem HR- und Recruiting-Trendbarometer der Online-Jobplattform StepStone Österreich. Peter Martin Thomas ist Leiter der SINUS:akademie, dem Weiterbildungs- und Beratungsangebot des SINUS-Instituts.

Über den Einsatz der Sinus-Milieus in der Mitarbeitergewinnung

one step ahead: Herr Thomas, inwiefern kann die Kenntnis und der Einsatz von Sinus-Milieus bei der Mitarbeitergewinnung behilflich sein?

Peter Martin Thomas: Sinus-Milieus sind – wenn man es etwas vereinfacht ausdrücken möchte – Gruppen Gleichgesinnter. Sie fassen Menschen mit ähnlichen Werten und Lebensstilen zusammen und sind damit ein Zielgruppenmodell, welches die gesamte Gesellschaft und den gesellschaftlichen Wandel abbildet. So lässt sich auch darstellen, welche Menschen aktuell welche Erwartungen an das Berufsleben und einen potentiellen Arbeitgeber haben. Es lässt sich beschreiben, wo die möglichen Bewerber zu finden sind und wie man sie ansprechen kann. Und wir können bereits heute einen Blick auf die Zielgruppen der Zukunft werfen. […] 

Mit den Sinus-Milieus können Sie das Feld, in dem Sie nach BewerberInnen suchen, genau beschreiben, deutlich einschränken und erreichen damit eine wesentlich höhere „Trefferquote“ bei der Ansprache möglicher MitarbeiterInnen.

Über die Sinus-Jugendmilieus in der Nachwuchsgewinnung

one step ahead: Inwiefern können Sinus-Milieus Unternehmen bei der Rekrutierung von Lehrlingen bzw. Azubis und jungen Nachwuchskräften, Stichwort Millienials, unterstützen?

Peter Martin Thomas: Unsere Sinus-Jugendmilieus können Unternehmen unterstützen, weil sie die Komplexität und Vielfalt der jungen Generation deutlich besser abbilden als Stichworte wie „Generation Y“ und „Generation Z“.

Dabei spielt insbesondere unsere Zukunftskompetenz eine große Rolle. Wir können sehr differenziert beschreiben, wie sich die Haltungen und Erwartungen zum Berufsleben von der alten bürgerlichen Mitte zur jungen Mitte oder von der alten Leistungs-Elite der Performer zur neuen Leistungs-Elite der Expeditiven verändern und was dies für Unternehmen bedeutet. […] Unternehmen sollten sich auch der unterschiedlichen Zukunftsplanung verschiedener Milieus bewusst sein. […]

one step ahead: Welche Auswirkungen haben digitale Kommunikationsstrukturen und U25-Internetmilieus auf die Kommunikation von Arbeitgebern mit jungen Menschen bis 25?

Peter Martin Thomas: Natürlich kommt man an den digitalen Medien nicht vorbei, wenn man junge Menschen erreichen möchte. Bei manchem aktuellen Hype würden wir – aus unserer Erfahrung mit Trends und Gegentrends und dem aktiven Austausch mit jungen Menschen – jedoch zur Vorsicht raten. 

Berufliche Orientierung findet nach wie vor zu weiten Teilen offline statt, Lehrer und Eltern sind wichtige Multiplikatoren. Seine Praktikumsstelle oder einen freien Ausbildungsplatz sucht ein junger Mensch nicht auf Snapchat oder Instagram, sondern mit Google. Wir würden daher dem Suchmaschinenmanagement immer den Vorrang vor Social Media geben.

Wollen Sie mehr über die Sinus-Milieus für Mitarbeiter-Recruitung, Nachwuchs-Marketing oder Employer Branding wissen? Ihr Ansprechpartner ist Peter Martin Thomas (Leiter SINUS:akademie, petermartin.thomas(at)sinus-akademie.de)

Peter Martin Thomas