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Studie: Smartphones sind den Deutschen wichtiger als Autos

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Deutschland gilt als eine Autofahrer-Nation. Doch stimmt dieses Klischee in Zeiten von Dieselskandal, Carsharing und Ausbau von Radwegen noch? Anlässlich des „Autofreien Tages“ am 22. September hat das SINUS-Institut in einer repräsentativen Studie gefragt: Wie viele Deutsche wollen im Alltag auf ein Auto verzichten und warum? Werden die Deutschen in Zukunft mehr oder weniger Auto fahren? Und wie viele wollen ihr Auto am „Autofreien Tag“ stehen lassen?

Deutsche können eher auf Autos verzichten als auf Fernsehgeräte, Smartphones oder Bargeld

31% der Deutschen können sich vorstellen im Alltag auf die Nutzung eines Autos zu verzichten. Damit sind den Deutschen digitale Geräte wichtiger als das Auto, denn nur 21% würden im Alltag ihr Smartphone nicht vermissen und 20% brauchen keinen Computer / Laptop. Zudem benötigen weitere 30% kein TV-Gerät mehr und 26% könnten auf Bargeld verzichten.

Der Stellenwert des Autos in Deutschland wird aufgrund des demographischen und soziokulturellen Wandels abnehmen, wie Manfred Tautscher, Geschäftsführer des SINUS-Instituts, anhand der Sinus-Milieus® erläutert: „Bereits 39% des jüngsten und stark wachsenden Milieus der Expeditiven können auf das Auto verzichten und nur 12% des Milieus auf ein Smartphone. Das liegt vor allem an der urbanen und digitalen Grundeinstellung dieses progressiven Milieus. Im Gegensatz dazu ist für nur 19% des leistungsorientierten Milieus der Performer das Auto verzichtbar und für noch geringere 10% das Smartphone. Dieses Milieu sieht sich als Hochleistungs-Elite der Gesellschaft, für sie sind digitale Vernetzung sowie Mobilität essentiell im Alltag.“ Weitere Informationen zu diesen „Gruppen Gleichgesinnter“ finden sich auf der Webseite des SINUS-Instituts.

Convenience ist der wichtigste Grund für den (Nicht-)Verzicht

Doch aus welchen Gründen verzichten Deutsche auf einen Wagen? Etwas mehr als die Hälfte der Auto-Entsager finden, dass es praktischere Alternativen gibt, z.B. öffentliche Verkehrsmittel, Carsharing oder Fahrrad (52%). Genauso vielen ist Autofahren aufgrund von Kauf, Instandhaltung und Gebrauch zu teuer. 47% möchten mit ihrem Auto-Verzicht die Umwelt schonen, 41% wollen sich einfach mehr bewegen und 23% sind von den vielen Staus genervt. Die Skandale der Auto-Industrie (15%) und die Gefahr im Straßenverkehr (12%) stehen als Gründe für einen Auto-Verzicht eher im Hintergrund.

Umgekehrt wollen mehr als zwei Drittel der Deutschen nicht auf ein Auto verzichten (69%). Die Autofahrer begründen ihre Entscheidung vor allem damit, dass ihnen nur ein PKW die notwendige Mobilität im Alltag gewährt (63%) und sie mit einem Auto Zeit sparen (51%). Außerdem ist den Autofahrern der öffentliche Nahverkehr zu unpraktisch (49%) und sie schätzen den Komfort mit dem Auto zu fahren (49%). Weiteren 35% macht es einfach Spaß Auto zu fahren - vor allem bei den Jüngeren steht der Fahrspaß hoch im Kurs (42% der 18-29-Jährigen). Eine kleinere Rolle für den Nicht-Verzicht spielen fehlende Infrastruktur für Radfahrer (18%) und generelle Faszination von Auto-Technik (9%) 

Verkehrsmittel der Zukunft: zu Fuß, Fahrrad und öffentlicher Nahverkehr

Die Deutschen zeigen sich offen für alternative Fortbewegungsmittel: 46% der Deutschen wollen in Zukunft häufiger zu Fuß gehen, 45% wollen mehr mit dem eigenen Fahrrad fahren und 40% öfter in Bus und Bahn steigen. 36% bleiben allerdings dem Auto treu und beabsichtigen häufiger das eigene Auto zu nutzen. Neuere Mobilitätsmodelle wie E-Bikes / Pedelecs (18%), Fahrgemeinschaften / Mitfahrgelegenheiten (14%) oder Carsharing (10%) sind vordergründig nur für spezielle Zielgruppen von Interesse.

Am „Autofreien Tag“ kann sich knapp ein Drittel vorstellen das Auto stehen zu lassen – Etwas mehr kennt den Aktionstag

Am 22. September findet der jährliche „Autofreie Tag“ statt, über ein Drittel der Bevölkerung kennt diesen Aktionstag (36%). Etwas weniger (29%) kann sich grundsätzlich vorstellen an diesem Tag auf das Auto zu verzichten. Unter den Deutschen, die häufig Auto fahren, sind es hingegen nur mehr 15%, die ihr Fahrzeug zu diesem Anlass stehen lassen wollen.

Methodischer Hinweis

Die verwendeten Daten beruhen auf einer SINUS-Milieu-Bus / Online-Umfrage der respondi AG, an der 1.007 Personen zwischen dem 29.08.2018 und 31.08.2018 teilnahmen. Die Ergebnisse wurden gewichtet und sind repräsentativ für die deutsche Bevölkerung ab 18 Jahren.

Über SINUS

SINUS Markt- und Sozialforschung ist ein Full-Service-Institut mit Büros in Heidelberg und Berlin. Seit 40 Jahren ist SINUS Spezialist für sozialwissenschaftliche Forschung und strategische Marketing- und Kommunikationsberatung. SINUS entwickelt Zielgruppen-Strategien für Unternehmen und Institutionen, die den soziokulturellen Wandel als Erfolgsfaktor nutzen wollen.

Ein zentrales Tool dafür sind die Sinus-Milieus® – ein Gesellschafts- und Zielgruppenmodell, das Menschen nach ihren Lebenswelten in „Gruppen Gleichgesinnter“ zusammenfasst.  Die Sinus-Milieus® zählen seit Jahrzehnten zu den bekanntesten und einflussreichsten Segmentationsansätzen und sind mittlerweile für über 40 Länder verfügbar.

SINUS kooperiert eng mit dem Schwesterunternehmen INTEGRAL Marktforschung in Wien, Österreich.

Weitere Informationen über SINUS unter www.sinus-institut.de und auf Facebook.

Für Rückfragen steht Ihnen Susanne Ernst (susanne.ernst(at)sinus-institut.de), SINUS Markt- und Sozialforschung, gerne zur Verfügung. 

www.sinus-institut.de, Anfragen an presse(at)sinus-institut.de, Tel.-Nr.: +49 (0)6221 – 80 89 – 0