200 Tage

Die Politik hat 100 Tage, wir nehmen uns 200. Silke Borgstedt vom SINUS-Institut und Sebastian Jarzebski von neues handeln erkunden 200 Tage lang unsere Gesellschaft und fragen sich: Was können wir eigentlich in einer so kurzen Zeit herausfinden? Dabei helfen ihnen ihr Blick auf Milieus und Sozialbeziehungen, auf Narrative und Diskurse.

Alle 14 Tage suchen Silke Borgstedt und Sebastian Jarzebski nach den kleinen, übersehenen Markern, die uns zeigen, wie sich gesellschaftlicher Wandel vollzieht.

Teaser

Ab dem 25. März überall da, wo es Podcasts gibt: Die Politik nimmt sich 100 Tage, Silke Borgstedt und Sebastian Jarzebski nehmen sich 200, um herauszufinden, ob sich Gesellschaft verändert und wie wir diese Veränderung erkennen können. Woran können wir gesellschaftlichen Wandel festmachen? Welche Signale geben uns Milieus, Diskurse und Narrative? Was haben Kultur und Alltag mit Politik und Gesellschaft zu tun? Und vor allem: Ist alles wirklich so schlimm, wie wir denken?

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Tag 1: Nähe

Warum tauchen plötzlich überall perfekt gebackene Brotkrusten auf? Und was sagt das über unsere Gesellschaft aus?

In dieser Folge sprechen Silke Borgstedt und Sebastian Jarzebski über sogenannte Weak Signals – kleine Alltagsbeobachtungen, die auf größere Veränderungen hindeuten könnten. Ausgangspunkt ist eine scheinbar banale Beobachtung: die neue Faszination für Haptik, Textur und Ursprünglichkeit. Dahinter verbirgt sich eine tiefere Sehnsucht nach Selbstwirksamkeit, nach dem „Selbermachen“ und nach Kontrolle in einer zunehmend abstrakten Welt.

Dem gegenüber steht ein anderes Phänomen: Kommunikation, die nicht mehr funktioniert.

Am Beispiel von Elternmails, Chatgruppen und digitalen Kanälen wird deutlich, wie Informationen sich vervielfachen, ohne klarer zu werden. Was als Nähe gedacht ist, erzeugt oft das Gegenteil: Überforderung, Missverständnisse und Distanz.

Silke und Sebastian stellen sich die Frage: Was ist Nähe heute noch?

Zwischen Messenger-Kommunikation, spontanen Telefonaten und Begegnungen im öffentlichen Raum zeigt sich eine Verschiebung: Nähe ist weniger selbstverständlich, oft irritierend und zunehmend eine bewusste Entscheidung.

200 Tage bewegt sich dabei immer zwischen konkreten Szenen und größeren Linien: vom irritierenden „Guten Morgen“ in der U-Bahn bis zur Frage, warum gemeinsame Räume und zufällige Begegnungen seltener werden.

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