Radklusion – Soziale Teilhabe durch Radverkehr

Das Forschungsprojekt „Radklusion – Soziale Teilhabe durch Radverkehr“ untersucht, wie soziale Teilhabe durch Radverkehr gestärkt und Zugangsbarrieren für unterschiedliche Bevölkerungsgruppen abgebaut werden können.

Ein erster Meilenstein des Projekts ist bereits abgeschlossen: Das SINUS-Institut hat Daten der Studienreihe „Fahrrad-Monitor“ umfassend mit einem Fokus auf soziale Ungleichheiten in der Radmobilität reanalysiert.

Zentrale Ergebnisse

  • Menschen mit niedriger gesellschaftlicher Stellung fahren signifikant weniger Fahrrad und besitzen seltener Räder. Im Zeitverlauf vergrößern sich die Unterschiede tendenziell zwischen statushöheren und -niedrigeren Gruppen.
  • Soziale Unterschiede im Radfahren sind stark gesundheitlich geprägt. Menschen mit niedriger gesellschaftlicher Stellung schätzen ihren körperlichen Zustand schlechter ein und führen gesundheitliche Einschränkungen häufig als Grund an, nicht häufiger Rad zu fahren.
  • Fahrradnutzung ist auch eine Frage von Lebensstil und Werten. Die Berücksichtigung der Gesellschaftstypologie der Sinus-Milieus verbessert die Erklärung der Fahrradnutzung zusätzlich zur sozialen Lage.

Projekthintergrund

Das Projekt Radklusion wird vom Deutschen Institut für Urbanistik (Difu) gemeinsam mit dem SINUS-Institut und infas durchgeführt. Es wird vom Bundesministerium für Verkehr (BMV) im Rahmen des Nationalen Radverkehrsplans (NRVP) gefördert und vom Bundesamt für Logistik und Mobilität (BALM) betreut.

Das SINUS-Institut verantwortet im Projekt die Reanalyse der Studienreihe „Fahrrad-Monitor“ von 2011 bis 2025 einschließlich der Entwicklung eines mehrdimensionalen Ansatzes zur sozialen Lage. Mithilfe verschiedener statistischer Analyseverfahren werden Einflussfaktoren auf Fahrradbesitz und Fahrradnutzung identifiziert sowie Zusammenhänge zwischen sozialer Lage, Gesundheit und Mobilitätsverhalten untersucht. Darüber hinaus werden die Daten unter Einbezug der Sinus-Milieus ausgewertet, um den Einfluss von Werthaltungen und Lebensstilen auf die Fahrradnutzung besser zu verstehen. Die Erkenntnisse fließen in die weiteren Projektarbeiten ein und bilden eine Grundlage für die Entwicklung zielgruppenspezifischer Handlungsempfehlungen.

Die Leiterin des Projektes ist Franziska Jurczok. Neben dem Projekt Radklusion betreut sie auch die Projekte Fahrrad-Monitor und Monitor Fußverkehr und ist festes Mitglied des Beratungsgremiums des Bundesverkehrsministeriums „Nationaler Radverkehrsplan 2030“.

Im weiteren Projektverlauf werden die Erkenntnisse durch repräsentative Bevölkerungsbefragungen, qualitative Untersuchungen, GPS-Tracking sowie Workshops in ausgewählten Modellkommunen ergänzt. Gemeinsam mit den Projektpartnern werden daraus wissenschaftlich fundierte und praxisorientierte Empfehlungen für eine sozial gerechte Radverkehrsförderung entwickelt.

Projektlaufzeit: 2025–2028

Veröffentlichung:

Die Autor*innen:

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