Sinus-Migrantenmilieus®

Jetzt erhältlich: Das neue Info-Paket zu den Sinus-Migrantenmilieus®

Unsere Befunde zeigen: „DIE“ Migranten gibt es nicht. In der Migrantenpopulation existiert eine große Vielfalt an Lebensauffassungen und Lebensweisen. Die Sinus-Migrantenmilieus bieten ein unverfälschtes Kennenlernen und Verstehen der Alltagswelt von Menschen mit Migrationshintergrund, ihrer Wertorientierungen, Lebensziele, Wünsche und Zukunftserwartungen. So wie es im interkulturellen Vergleich über Ländergrenzen hinweg Gruppen Gleichgesinnter gibt, so gibt es auch im "intra-nationalen" Vergleich gemeinsame lebensweltliche Muster bei Menschen aus unterschiedlichen Herkunftsländern.

Die Ergebnisse überraschen: Die Anpassungsleistung der Migranten und der Stand ihrer Etablierung in der Mitte der Gesellschaft werden unterschätzt.

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Das Info-Paket „Sinus-Migrantenmilieus® in Deutschland " ist ist zum Preis von 1.950 Euro zzgl. Mwst verfügbar.

Bestellformular Sinus-Migrantenmilieus in Deutschland 2019

Die Sinus-Migrantenmilieus segmentieren und beschreiben die Vielfalt migrantischer Lebenswelten in Deutschland

Zum Thema

SINUS hat als erstes Institut 2008 die Lebenswelten und Lebensstile von Menschen mit unterschiedlichem Migrationshintergrund, so wie sie sich durch das Leben in Deutschland entwickelt haben, mit dem gesellschaftswissenschaftlichen Ansatz der Sinus-Milieus untersucht. Sie bieten ein unverfälschtes Kennenlernen und Verstehen der Alltagswelt von Migranten, ihrer Wertorientierungen, Lebensziele, Wünsche und Zukunftserwartungen.
Die Studie zeigt deutlich, dass so wie es im interkulturellen Vergleich über Ländergrenzen hinweg Gruppen Gleichgesinnter gibt, so gibt es auch im "intra-nationalen" Vergleich gemeinsame lebensweltliche Muster bei Migranten aus unterschiedlichen Herkunftsländern. Die Migrantenmilieus unterscheiden sich weniger nach ethnischer Herkunft und sozialer Lage als nach ihren Wertvorstellungen, Lebensstilen und ästhetischen Vorlieben. Man kann also nicht von der Herkunftskultur auf das Milieu schließen.

Die Studie hat im medialen und wissenschaftlichen Diskurs viel Beachtung erfahren, da sie ein sehr differenziertes Bild der Menschen mit Migrationshintergrund zeichnet und mit vielen gängigen Klischees über diese Gruppe aufräumt. So hat sich beispielsweise gezeigt

  • DER EINFLUSS RELIGIÖSER TRADITIONEN BEI DEN MIGRANTEN WIRD OFT ÜBERSCHÄTZT.
  • IN DER MIGRANTENPOPULATION IST DIE BEREITSCHAFT ZUR LEISTUNG UND DER WILLE ZUM GESELLSCHAFTLICHEN AUFSTIEG DEUTLICH STÄRKER AUSGEPRÄGT ALS IN DER AUTOCHTHONEN DEUTSCHEN BEVÖLKERUNG.
  • DIE ANPASSUNGSLEISTUNG DER MIGRANTEN UND DER STAND IHRER ETABLIERUNG IN DER MITTE DER GESELLSCHAFT WERDEN UNTERSCHÄTZT.
  • INTEGRATIONSDEFIZITE FINDEN SICH AM EHESTEN IN DEN UNTERSCHICHTIGEN MILIEUS, NICHT ANDERS ALS IN DER AUTOCHTHONEN DEUTSCHEN BEVÖLKERUNG.

Repräsentative Studie 2018

Zum zweiten Mal nach 2008 wurde vom SINUS-Institut eine repräsentative Untersuchung der Migrantenpopulation in Deutschland durchgeführt. Aufbauend auf einer qualitativ-ethnografischen Leitstudie (2016) wurden im Sommer 2017 insgesamt 2.053 Personen mit Migrationshintergrund (Definition gemäß Statistischem Bundesamt) befragt. Grundgesamtheit ist die migrantische Bevölkerung ab 15 Jahren mit geklärtem Aufenthaltsstatus.

„DIE“ Migranten gibt es nicht – Studie zeigt vielfältige Lebensweisen und Lebensauffassungen unter Migranten

Ein zentraler Befund der vom vhw (Bundesverband für Wohnen und Stadtentwicklung) beauftragten Studie ist, dass es in der Migrantenpopulation, ebenso wie in der autochthonen Bevölkerung, eine große Vielfalt von Lebensauffassungen und Lebensweisen gibt. Zehn Migrantenmilieus (2008: acht Milieus) mit jeweils unterschiedlichen Lebenswelten, Wertebildern und Integrationsniveaus konnten identifiziert werden.

Integrationsbereitschaft ist mehrheitlich stark ausgeprägt

Insgesamt ist die Bereitschaft, sich kulturell anzupassen und in Deutschland zu integrieren, in weiten Teilen der Migrantenpopulation stark ausgeprägt. Sie findet sich gehäuft in den soziokulturell modernen Lebenswelten, aber auch in den Milieus der Mitte. Im modernen Segment der migrantischen Bevölkerung ist ein bi-kulturelles Selbstbewusstsein die Norm, in der Mitte neigen viele sogar zu einer postintegrativen Perspektive, d.h. dass sie sich selbst gar nicht mehr als Migrant/in verstehen, sondern als selbstverständliches Mitglied der hiesigen Gesellschaft.

Hingegen tritt Segregation überdurchschnittlich häufig in den durch ethnische und religiöse Traditionen geprägten Milieus sowie am unteren sozioökonomischen Rand der Population auf. Stärker als bei der letzten Erhebung 2008 sind hier Abgrenzungs- und Rückzugstendenzen zu beobachten. So haben 26 Prozent der Migranten das Gefühl, von den aktuellen Veränderungen in unserer Gesellschaft ausgeschlossen zu sein, 19 Prozent fühlen sich manchmal heimatlos und wissen nicht, in welche Kultur sie gehören, und 16 Prozent erleben immer wieder, dass Deutsche sich vor ihnen zurückziehen.

Eine Kurzzusammenfassung der Studie finden Sie hier, ein ausführlicher Bericht des vhw steht hier zum Download bereit.